Carlyle setzt auf verteidigung: geopolitische turbulenzen eröffnen milliardenschwere investitionschancen
Harvey Schwartz, CEO von Carlyle, prognostiziert eine explosionsartige Zunahme der Verteidigungsausgaben weltweit, getrieben von geopolitischen Spannungen und einem neuen Fokus auf nationale Sicherheit. Die Invasion Russlands in der Ukraine und die Eskalation im Konflikt mit dem Iran haben diesen Trend verstärkt und Kapitalanlagegesellschaften wie Carlyle in den Blick auf hochspezialisierte Sektoren gerückt.
Der aufstieg der verteidigung als lukratives feld
Schwartz beschreibt den potenziellen Gesamtmarkt für Defense-Technologien als „unbegrenzt“. Die Staaten erhöhen ihre Verteidigungsgelder um 1%, 2% oder sogar 5% – ein unverkennbares Signal der verstärkten Sicherheitswichtigkeit. Das ist keine vorübergehende Reaktion, sondern ein fundamental verändertes Kräfteverhältnis.
Die traditionelle Betrachtung von Verteidigung als ausschließlich militärische Ausgaben wird dabei neu definiert. Energiesicherheit, Dateninfrastruktur, Logistik und die Sicherung der Lieferketten stehen nun ebenso im Fokus wie konventionelle Waffenentwicklung. Künstliche Intelligenz für taktische Kommunikation, fortschrittliche Überwachungssensoren im Weltraum und Interzeptoren werden die Innovationsschwerpunkte bilden.

Neue plattform für spezialinvestitionen
Um diese Chancen optimal zu nutzen, hat Carlyle eine dedizierte Investmentplattform für die Bereiche Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung ins Leben gerufen. Dieser Schritt signalisiert eine strategische Neuausrichtung, weg von den in den letzten Jahren überbewerteten Software-Sektoren hin zu etablierten Unternehmen in Bereichen wie der Luft- und Raumfahrt, Verteidigung, Energie und Industrie. Mit rund 475 Milliarden Dollar verwalteten Vermögen verfügt Carlyle über die Ressourcen, um in diesen Bereichen substanzielle Akquisitionen zu tätigen.
Die bereits jetzt beeindruckende Performance der Defense-Investitionen – ein Vermögen von rund 11 Milliarden Dollar in vier Jahrzehnten – unterstreicht die strategische Bedeutung dieses Segments. Und das gute Geschäft hält an: Der S&P Aerospace & Defense Select Index ist 2025 um 16% und 2024 um 48% gestiegen. Die geopolitischen Unsicherheiten und die steigenden Verteidigungsausgaben der Regierungen weltweit treiben die Nachfrage und die Kurse an.
Schwartz betont, dass die Finanzmärkte vor der Krise 2008 durch extrem niedrige Zinsen verzerrt waren und dass die aktuellen, höheren Zinsen attraktivere Investitionsmöglichkeiten in kapitalintensive Branchen wie die Verteidigungsindustrie schaffen. Die Zeiten, in denen das Geld unbegrenzt floss, sind vorbei.