Deepmind-ceo hassabis: singularität im anmarsch – ki als chance für alle

Demis Hassabis, CEO von DeepMind, prognostiziert eine radikale Transformation: Die Singularität, ein Wendepunkt, der in zehn Jahren unsere Wahrnehmung grundlegend verändern wird. Es geht nicht um Science-Fiction, sondern um die Entwicklung einer Künstlichen Allgemeinintelligenz (AGI) – eine Technologie, die das Potenzial hat, die Menschheit zu revolutionieren, und das in einem Tempo, das der industriellen Revolution um Größenordnungen überlegen ist.

Ein optimistischer blick trotz bedenken

Hassabis, einst Schachweltmeister, heute Neuro- und Tech-Entrepeneur, der 2024 den Nobelpreis für Chemie erhielt, sieht in der KI keine drohende Bedrohung, sondern eine Chance zur Demokratisierung globaler Talente. Der sogenannte ‘KI-Markt’ erlebt gerade einen enormen Schub: Forscher aus Indien nutzen KI-Tools, um auf Technologien zuzugreifen, die einst nur in Silicon Valley verfügbar waren – und das in nur wenigen Monaten.

Er bezeichnet sich selbst als ‘vorsichtigen Optimisten’. Seine Überzeugung ist, dass die KI entscheidend zur Lösung globaler Herausforderungen wie dem Klimawandel und der Bekämpfung von Krankheiten wie der Alzheimer-Demenz beitragen kann. „Ich habe viel mehr Angst vor diesen Herausforderungen, wenn ich nicht glaube, dass etwas wie KI auf dem Weg ist.“ Sein Magnum Opus, AlphaFold, das Protein-Faltungsproblem löste und ihm den Nobelpreis einbrachte, wird täglich von über drei Millionen Forschern aus 190 Ländern genutzt. Google verstärkt diese Entwicklung mit einer eigenen Start-up-Incubator, um ehemalige Mitarbeiter bei der Entwicklung zukunftsweisender KI-Anwendungen zu unterstützen.

Grenzen der intelligenz – und die bedeutung menschlicher werte

Grenzen der intelligenz – und die bedeutung menschlicher werte

Doch Hassabis betont auch, wo die KI stehen soll. Er plädiert dafür, zunächst intelligente Systeme als Werkzeuge zu entwickeln, ihre Funktionsweise zu studieren und anschließend gemeinsam als Gesellschaft zu entscheiden, ob und wie die nächste Stufe überschritten werden soll. „Intelligenz und Bewusstsein sind voneinander trennbar. Ich glaube nicht, dass man das braucht, um ein intelligentes System zu haben. Es ist eine Entscheidung.“ Persönlich sieht er die Empathie, die Mentorenschaft und die Inspiration, die ein guter Lehrer vermittelt, als unverzichtbar menschliche Eigenschaften.

Stem-studium bleibt wichtig – aber humanisten sind gefragt

Stem-studium bleibt wichtig – aber humanisten sind gefragt

Für Studierende mit einer Karriere in der KI-Ära empfiehlt Hassabis, weiterhin in den Bereichen Naturwissenschaften, Technik, Ingenieurwesen und Mathematik (STEM) zu investieren. Das Verständnis der Funktionsweise dieser Werkzeuge wird entscheidend sein. Aber überraschenderweise betont er die Bedeutung von Wirtschaftswissenschaftlern, Philosophen, Sozialwissenschaftlern und Humanisten. „Sobald wir die Technologie etabliert haben, werden die wirtschaftlichen Fragen aufkommen. Und wenn wir diese lösen, werden die philosophischen Fragen über die menschliche Existenz gestellt. Dafür brauchen wir große Denker in diesen Disziplinen.“

„Nutzen sie das potenzial – ignorieren sie nicht den überfluss an kapazität“

„Nutzen sie das potenzial – ignorieren sie nicht den überfluss an kapazität“

Für diejenigen, die bereits arbeiten, mahnt Hassabis, das enorme Potenzial der aktuellen KI-Tools zu nutzen. „Es gibt so viel Potenzial, dass diese Dinge so viel tun können, wenn man herausfindet, wie man sie mit anderen Dingen oder mit Ihrer Expertise kombiniert.“ Ein Programmierer kann mit KI-Unterstützung hundertmal effektiver arbeiten. Jemand mit humanistischem Hintergrund, der noch nie programmiert hat, kann nun Projekte realisieren, die ihm zuvor unvorstellbar waren. „Der Genie wird nicht zur Flasche zurückkehren. Nutzen Sie das, was diese Werkzeuge können.“