technologie

Google räumt play store-wettbewerb auf: konkurrenz erhält leichteren zugang

San Francisco – In einem überraschenden Schritt zur Beilegung von Kartellvorwürfen und neuer Regulierung in Europa und den USA hat google (Alphabet) eine umfassende Neugestaltung seiner Android-App-Plattform angekündigt. Die Maßnahme ermöglicht es Wettbewerbern, eigene App-Stores auf Android zu betreiben und senkt gleichzeitig die Gebühren für Entwickler deutlich.

Neues modell für app-stores und geringere gebühren für entwickler

Laut google-Chef Sameer Samat geht es bei den Änderungen über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. Andere Unternehmen können nun für eine einmalige Gebühr einen App-Store in Android registrieren und anbieten. Die Gebühren für Entwickler sinken auf 15 % oder sogar 10 % bei Abonnement-Einnahmen. Die Änderungen sollen ab Juni in den USA, dem Vereinigten Königreich und der EU in Kraft treten, in Australien, Korea und Japan später im Jahr 2026.

Epic Games, das in einem langwierigen Rechtsstreit mit google steht, begrüßte die neuen Richtlinien. CEO Tim Sweeney erklärte, dass die Änderungen die Bedenken des Spieleentwicklers hinsichtlich der Android-Plattform ausräumen und die Rechtsstreitigkeiten in mehreren Ländern beilegen würden. „Jeder kann jetzt einen wettbewerbsfähigen App-Store starten“, so Sweeney.

Die Neuerung folgt auf eine Reihe von Untersuchungen und Klagen gegen google. Die Europäische Kommission hatte das Unternehmen im März 2025 wegen Verstößen gegen die Digital Markets Act (DMA) zur Rechenschaft gezogen, insbesondere wegen der Einschränkung von Entwicklern, ihre Nutzer auf alternative Zahlungswege zu leiten. google muss nun mit hohen Strafen rechnen, die bis zu 10 % seines globalen Jahresumsatzes betragen könnten.

Auch im Vereinigten Königreich wurde Google als strategisch wichtiger Markt für mobile Plattformen eingestuft. Die Wettbewerbsbehörde kann dem Unternehmen nun Auflagen machen, beispielsweise die einfache Möglichkeit für Nutzer, Apps außerhalb des Google Play Store zu beziehen. Google hatte sich bereits im April zu Änderungen in seinem App-Store im UK verpflichtet.

Im Kern geht es um eine Lösung für die Bedenken des Richter James Donato, der zuvor einen Deal aus dem Jahr 2025 als „vorteilhaft für Google“ bewertete. Die neue Vereinbarung sieht vor, dass Google ein App-Katalog mit Wettbewerbern teilt und alternative App-Stores auf Android erlaubt. Die Details der Gebührenstruktur sind dabei eng mit dem Zahlungsabwickler Google Play verknüpft, der nun eine feste Gebühr von 5 % oder die Nutzung alternativer Zahlungsdienste ermöglicht.

Die Klage des US-Justizministeriums unter der Führung von Richter Donato hatte Google bereits 2023 eine einstweilige Verfügung auferlegt, um Wettbewerbern den Zugang zu ermöglichen. Diese Entscheidung, die später vom Berufungsgericht bestätigt wurde, verbietet unter anderem die Bevorzugung von Google-Diensten auf Android-Geräten und erlaubt es Entwicklern, Nutzer auf günstigere Angebote außerhalb des Play Store zu verweisen. Die Entscheidung des Richters zeigt, dass die Regulierung der digitalen Wirtschaft in vollem Gange ist und die Macht großer Technologieunternehmen zunehmend eingeschränkt wird.

Die Neuausrichtung des Android-App-Ökosystems ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die Zeiten, in denen Google uneingeschränkte Kontrolle über die Verbreitung von Apps hatte, vorbei sind. Die Konsequenzen für Nutzer und Entwickler könnten weitreichend sein und die Vielfalt der verfügbaren Apps sowie die Preisgestaltung von digitalen Gütern beeinflussen.