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Iranisches internet: totale blockade – bürgerleben im digitalen dunkeln

Nach über 44 Tagen ohne Internet – und eine massive Reduzierung auf nur noch 1-2% der ursprünglichen Bandbreite – hat der iranische Staat das digitale Leben seiner Bevölkerung erneut massiv eingeschränkt. Was in Teheran, Fars, Isfahan, Khorasan Razavi und Alborz begann, ist längst zu einer systematischen Unterdrückung geworden.

Ein digitaler gulag: wie der iran das internet kontrolliert

Die Ursache für diese brutale Blockade liegt nicht in Angriffen durch die USA oder Israel, sondern in der eigenen Politik des iranischen Regimes. Seit dem 28. Februar setzt der Staat ein Proxy-System, die sogenannte Nationale Informationsnetzwerk, ein, um den Zugang zu Informationen zu zensieren und die Bürger zu isolieren. Nur Inhalte, die von der Machthaber genehmigt werden, sind zugänglich.

Die Konsequenzen sind verheerend. Wer versucht, den Zugang zu verbotenen Webseiten über Dienste wie Starlink zu sichern, riskiert schwere Strafen – bis hin zur Todesstrafe. Ein deutliches Signal der Angst und der Kontrolle, das die digitale Freiheit der iranischen Bevölkerung vollständig auslöscht.

Starlink als hoffnung – aber ohne erfolg

Die Lösung mag auf den ersten Blick einfach erscheinen: Eine direkte Satellitenverbindung, wie sie Starlink bietet. Doch der Iran hat sich dieser Option aktiv widersetzt. Berichte aus dem Inneren des Landes sprechen von sogenannten militärischen Interferenzen, um die Signale von Satelliten zu blockieren. Eine entsprechende Gesetzesverordnung, die den Einsatz von Starlink unter Strafe stellt, ist bereits in Kraft.

Die Realität sieht düster aus: Die Regierung scheint entschlossen, jeglichen unkontrollierten Internetzugang zu verhindern. Selbst der geringe Prozentsatz an Datenverkehr, der noch über das Nationale Informationsnetzwerk verfügbar ist, wird von einer kleinen Elite überwacht – vermutlich Mitarbeiter des Regimes.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind immens. Laut Angaben des iranischen Kommunikationsministers Sattar Hashemi verursachte der Ausfall von Anfang Januar bereits Kosten in Höhe von rund 35,7 Millionen Dollar pro Tag und führte zu einem Rückgang der Online-Verkäufe um bis zu 80%. Die Verhandlungen über einen Friedensabkommen mit den USA stehen weiterhin fest.

Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Über 1.000 Stunden ohne Internet – und das auf die bereits zwei Monate vorherigen Zensur hinzu gerechnet. Ein Beweis dafür, dass der Kampf um die digitale Freiheit in Iran weitergeht. Ein Kampf, der weit über die Grenzen des Landes hinaus Relevanz hat, denn er verdeutlicht die Gefahr, die autoritäre Regime für die Kontrolle von Informationen und die Unterdrückung ihrer Bevölkerung darstellen.