Legionäre: 100 jahre tapferkeit – von der gründung bis zum heutigen tag
Almería, Spanien – Seit über einem Jahrhundert kämpft sie an den Fronten, hat unzählige Schlachten geschlagen und eine einzigartige Kultur entwickelt: Die spanische Legion. Am 20. September 1920 wurde der erste Legionär vereidigt, und seitdem hat sich diese Elitetruppe der spanischen Armee stetig entwickelt.
Die Geschichte der Legion ist geprägt von Mut, Disziplin und einem unerschütterlichen Kameradschaftsgefühl. Ursprünglich als „Tercio de Extranjeros“ gegründet, um den hohen Verlusten während des Rifkriegs entgegenzuwirken, entwickelte sich die Legion zu einer der renommiertesten Spezialeinheiten Europas.
Von den anfängen bis zum zweiten weltkrieg
Die Gründung erfolgte durch ein Dekret des Königs Alfonso XIII. mit dem Ziel, eine militärische Einheit zu schaffen, die den harten Bedingungen des Krieges gewachsen war. Die Legion zeichnete sich früh durch ihre extreme Disziplin und den Fokus auf den „Geist des Todes“ aus – eine Haltung, die jedoch im Laufe der Zeit zunehmend kritisch hinterfragt wurde.
Der erste Einsatz der Legion fand am 7. Januar 1921 in Beni Hassán statt, wo der Fähnrich Baltasar Queija Vega fiel. Sein Tod inspirierte die berühmte Marsch-Hymne „El Novio de la Muerte“, die bis heute ein Symbol für die Legion ist. Die Musik wurde von der Cupletista Lola Montes in Málaga komponiert und später von der Legion adaptiert.

Die legion – eine einzigartige kultur
Die Legion ist in vier Tercios unterteilt, die wiederum in Banderas (ähnlich Bataillonen) gegliedert sind. Die Hauptquartiere befinden sich in Almería, Melilla, Ceuta, Viator (Almería) und Ronda (Málaga). Das ethos der Legion basiert auf Prinzipien, die an den japanischen Bushido angelehnt sind. Zu diesen gehören der Geist der Kameradschaft, der des Kampfes, der des Gehorsams und der des Opfers. Die Legionäre sind bekannt für ihre hohe Geschwindigkeit und Ausdauer. Ein besonderes Merkmal ist ihre enge Verbundenheit und die Bereitschaft, für den Kameraden zu sterben.
Die Legion hat im Laufe ihrer Geschichte über 4.000 Einsätze in verschiedenen Konfliktgebieten absolviert, darunter Bosnien, Serbien, Mazedonien, Libanon, Afghanistan, Irak, Mali und Kongo. Ihr Ruf als unerschrockene Kämpfer ist unbestritten.

Legende und tradition
Die Legion hat sich eine Reihe von Eigenheiten und Traditionen angeeignet. So sind sie unter ihren Kameraden oft als „lejías“ bekannt – ein Spitzname, der auf die Rivalität mit der Parachutistenbrigade zurückgeht, die als „brillantinas“ bezeichnet werden. Auch die Verwendung des Begriffs „pistolo“ für Soldaten, die nicht zur Legion gehören, ist charakteristisch. Der Legionäre-Hut, der „Chapirillo“, ist eine Hommage an die historischen Hüte des Königshauses Isabel II.
Auch Tiere spielen eine Rolle in der Legion. Die berühmteste Maskottchen ist eine Ziege, die seit Jahren bei Paraden mitwirkt. Früher gab es auch andere Tiere wie Hühner, Schafe und sogar einen Bär. Die aktuelle Ziege, Golfa, wurde im Jahr 2008 auf unkonventionelle Weise nach Kosovo gebracht.

Bekannte legionäre
Die Legion hat im Laufe der Jahre zahlreiche Persönlichkeiten hervorgebracht, darunter Schauspieler wie Antonio Banderas, Musiker wie die Band Hombres G, Journalisten wie Carlos Herrera und Sportler wie Fernando Alonso. Sie sind ein Beweis für die Bandbreite der Talente, die sich in dieser Einheit finden.
Die Legion ist die schnellste Militäreinheit Spaniens und kann bis zu 160 bis 180 Schritte pro Minute gehen. Ihre einzigartige Kultur und ihr unerschütterlicher Mut machen sie zu einer der faszinierendsten und respektiertesten Einheiten der spanischen Armee. Ihre Geschichte ist ein Zeugnis für die Tapferkeit und das Opfer, die Menschen für ihre Ideale bringen.