Miami zieht neue milliardäre an – doch wo sie wirklich leben
Eine neue Welle von Milliardären zieht nach Miami, doch die Viertel, die sie sich ausgesucht haben, sind überraschend beschaulich. Jeff Bezos, Mark Zuckerberg und Co. investieren in private Inseln, während Ken Griffin und Larry Page Wurzeln in der Küstenstadt schlagen.
Ein kontrast zur glitzernden fassade
Während einige Ultrarreiche sich auf Inseln wie Indian Creek Village oder Fisher Island zurückziehen, finden andere wie Ken Griffin und Larry Page ein Zuhause in Coconut Grove, einem historischen Viertel mit einer überraschend ruhigen Atmosphäre. Einst ein Zentrum hippie-Art-Galerien und legendärer Konzerte – von The Doors bis Jim Morrison – hat sich Coconut Grove heute zu einem der exklusivsten Wohngebiete von Miami entwickelt. Die Mischung aus Megayachten, Michelin-Restaurants und privaten Schulen mit Schulgebühren von 50.000 Dollar pro Jahr ist ein deutliches Zeichen dieser Transformation.
Coconut Grove blickt auf eine lange Geschichte zurück. Ursprünglich als Plantagen von Kokospalmen besiedelt, zog es die ersten wohlhabenden Siedler an, die von den natürlichen Ressourcen profitierte. Ashley Cusack, eine Immobilienmaklerin von Berkshire Hathaway HomeServices, erklärt: „Diese Ländereien waren, wo die ersten Siedler sich niederließen, die ersten wohlhabenden Siedler. Sie hatten einen der beeindruckendsten Ausblicke, den man sich vorstellen kann, mit der Biscayne Bay vor ihnen, ohne Hindernisse.“

Mehr als nur ein luxusadresse
Die Lage am Hang der Biscayne Bay bot zudem Schutz vor natürlichen Elementen wie Gezeiten und Hurrikanen. Doch Coconut Grove ist mehr als nur eine luxuriöse Adresse. Die Vergangenheit als Zentrum der Hippie-Bewegung prägt das Viertel bis heute. Die 60er Jahre waren eine Zeit der Kreativität und des Wandels, mit Künstlern, Musikern und Aktivisten, die die Identität des Viertels mitgestalteten. Konzerte von The Doors, Proteste und eine lebendige Kunstszene prägten die Atmosphäre. Heute ist Coconut Grove ein Anziehungspunkt für wohlhabende Neuankömmlinge, doch die traditionelle Gemeinschaft und das friedliche Ambiente haben sich erhalten.
Die Nachbarschaft zu Coral Gables, einem geplante Wohngebiet der 1920er Jahre im mediterranen Stil, und Brickell, mit seinen modernen Wolkenkratzern, verstärkt diesen Eindruck. Die Nähe zu exklusiven privaten Gemeinden am Meer macht Coconut Grove zu einem begehrten Wohnort.

Steuerliche anreize und neue bewohner
Florida ist ohne Einkommensteuer für Privatpersonen und Unternehmen, was die Stadt zu einem Magneten für Reiche aus Kalifornien und New York macht. Namen wie Jeff Bezos, Ken Griffin und Peter Thiel haben sich hier angesiedelt, um von den steuerlichen Vorteilen zu profitieren. Ken Griffin verlegte seinen Firmensitz von Chicago nach Miami und investierte massiv in die Stadt, während Mark Zuckerberg nach einem neuen Zuhause sucht. Die steigende Nachfrage nach Luxusimmobilien und die Möglichkeit, eine Familie in einer ruhigen Umgebung zu gründen, ziehen immer mehr wohlhabende Familien in die Region.
Die Immobilienpreise steigen – und zwar rasant. Eine Villa mit Meerblick, die einst über 100 Millionen Dollar kosten konnte, wird nun von neuen Käufern mit großem Budget erworben. Die Wohnqualität und die Nähe zu den besten Schulen sind entscheidende Faktoren für die Entscheidung, in Coconut Grove zu investieren. Die Architektur der Häuser spiegelt oft den Stil von Coral Gables wider, wobei der Schwerpunkt auf mediterranen Elementen und viel Grün liegt.

Ein blick in die zukunft
Doch auch die kleinen Dinge machen Coconut Grove besonders: Die engen Straßen, die üppigen Bäume und das freundliche Gemeinschaftsgefühl. Und natürlich die omnipräsenten Pavianen, die den Bewohnern das Leben zusätzlich erschweren. Trotz der steigenden Preise und des zunehmenden Luxus bleibt Coconut Grove ein einzigartiges Viertel mit einer reichen Geschichte und einer lebendigen Kultur. Der Trend geht weiter: Miami etabliert sich als internationales Finanz- und Technologiezentrum – und Coconut Grove steht im Zentrum dieser Entwicklung.