Samsung jagt nach dem dünnsten biegschirm – aber warum?

Die Welt der Biegschirme hat sich dramatisch verändert. Noch waren sie dick und voluminös, wenn sie geschlossen waren und erheblich größer, wenn sie geöffnet wurden. Das hat sich in den letzten Jahren jedoch radikal geändert und Samsung hat hierbei eine bedeutende Rolle gespielt.

Das galaxy z fold 7 ist nur 4,2 millimeter dick

Wie aus dem vorliegenden Vergleich hervorgeht, misst das Galaxy Z Fold 7 lediglich 4,2 Millimeter, wenn es aufgefaltet ist, während das Galaxy Z Fold 8 Ultra laut Gerüchten sogar noch dünner mit etwa 4,1 Millimetern ausfallen soll. Das würde es auf die gleiche Stufe wie den Honor Magic V6 stellen, der ebenfalls 4,1 Millimeter erreicht.

Das sind extreme Verluste – oder besser gesagt, extreme Verdünnung. Doch die Frage ist, ob das für die meisten Menschen überhaupt einen Unterschied macht. Der Unterschied zwischen 4,2 Millimeter und 4,1 Millimeter ist für den normalen Nutzer ohne ein Riemchen unmessbar. Selbst 4,5 Millimeter sind keineswegs dick.

Die hardware-verbesserungen werden immer schwieriger zu schätzen

Die hardware-verbesserungen werden immer schwieriger zu schätzen

Die meisten Menschen fühlen den Unterschied nicht, weil Biegschirme mittlerweile reif sind. Bis vor fünf Minuten waren die Hersteller dabei, echte, offensichtliche Probleme zu lösen – wie z.B. riesige Lücken an den Hügeln, schwere Geräte, schlechte Innenscreens mit eklatanten Faltungen. Ja, die Akkulaufzeit war auch bei Biegschirmen immer noch hinter den Slab-phones zurückgeblieben und die Kamera konnte gegenüber den nicht-biegsamen Flaggschiffen nicht mithalten.

Heute sind Biegschirme leichter, stärker, heller und viel feiner als das erste Galaxy Fold von 2019. Als die größten Schwachpunkte verschwanden, mussten die Hersteller neue Schlagwörter finden, um die Neuvorstellungen zu begeistern. Die Dünnung hat sich zu einem einfachen Marketing-Argument entwickelt (weil sie einfach zu messen und zu vergleichen ist).

Samsungs rolle

Samsungs rolle

Samsung hat die Biegschirme erst in die Masse gebracht und Jahren lang überzeugt, dass sie mehr als nur ein Experiment sind. Ich schätze das und ich bin ein großer Biegschirm-Befürworter.

Dennoch ist Samsung nicht mehr der dominante Akteur im Biegschirm-Markt. Huawei führt derzeit den globalen Markt an, dank enormer Nachfrage in China für Buchform-Biegschirme. Honor gewinnt kontinuierlich an Popularität mit stilvollen, ultra-dünnen Geräten wie dem Magic V6, während andere chinesische Hersteller aggressivere Hardware-Verbesserungen vorweisen.

Samsung kann seine Position in China nicht einfach ändern, da sein Smartphone-Anteil an der Marktwirtschaft immer noch marginal ist. Es kann auch nicht mehr darauf setzen, dass es der einzige polierte Biegschirm-Erlebnis-Anbieter ist, weil die Konkurrenten weitgehend aufgeholt haben. Damit bleibt die Hardware-Refinierung als eines der wenigen verbleibenden Mittel, um sich von der Konkurrenz abzuheben.

Apple wird bald dem biegschirm-paket beitreten

Apple wirdwartend erwartet, dass es in Kürze mit dem long-rumored iPhone Ultra in den Markt einsteigt, und Analysten glauben bereits, dass es bis 2027 der weltweit erfolgreichste Biegschirm-Hersteller sein könnte.

Das Vorhersage sagt weniger über Apples Hardware aus als vielmehr über seine Ecosystem und die Kundenloyalität. Millionen von iPhone-Nutzern, die bisher Biegschirme ignoriert haben, könnten sich endlich einen ansehen, weil Apple es macht.

Samsung, Huawei und Honor haben Jahre damit verbracht, Hügel zu verbessern, Dicke zu reduzieren und zu beweisen, dass Biegschirme tatsächliche Alltagsgeräte sind. Apple könnte ankommen, nachdem viel von dieser Arbeit bereits erledigt wurde und sofort den Markt umgestalten, wenn es will.

Wenn das geschieht, könnte der Wettbewerb um den dünnsten Biegschirm schnell in den Hintergrund treten. Die nächste Schlacht könnte nicht darum geführt werden, wer den dünnsten Biegschirm baut, sondern um dessen Ecosystem, die den Menschen am stärksten dazu verleitet, einen Biegschirm zu kaufen.