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Schweiz-traum: junge spanierin verdient mehr – aber der preis ist hoch

Die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Spanien treibt immer mehr junge Menschen ins Ausland. Für Sara (22) war die Entscheidung für die Schweiz eine persönliche Notwendigkeit – und ein finanzieller Glücksgriff.

Von der aushilfskraft zum vielbeschäftigten: sara’s weg in der schweiz

Die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen in Spanien bleibt ein drängendes Problem. Obwohl sich die Zahlen monatlich verbessern, liegt die Arbeitslosenquote unter 25-Jährigen im Mai bei 25,4 %. Ein Wert, der weiterhin zu den höchsten in der Europäischen Union zählt. Prekäre Arbeitsverhältnisse, niedrige Löhne und hohe Befristungen machen es vielen jungen Spaniern schwer, Fuß zu fassen. Der hohe Wohnungsmarkt in Spanien verstärkt diesen Trend: Viele suchen daher in nord- oder mittel-europäischen Ländern nach besseren Perspektiven, wo die Gehälter höher sind und keine Visabestimmungen gelten. Sara, eine junge Frau aus Burgos, entschied sich vor über zwei Jahren für diesen Weg.

„Ich wollte nicht mehr für 1.000 Euro arbeiten“, sagt Sara in einem Interview des YouTube-Kanals „Me voy al Mundo“. „In Spanien arbeitet man, um zu leben, nicht um zu überleben. Wenn man am Ende des Monats 10 oder 20 Euro übrig hat, ist das schon viel.“

Ihr erster Job in der Schweiz war als „Au Pair“. Die Arbeitsbedingungen waren hart: Sie arbeitete von 7 bis 18 Uhr, sieben Tage die Woche. Für diese Tätigkeit erhielt sie zunächst 600 Franken – etwa 638 Euro. Dieser Betrag reichte kaum aus, um in dem teuren Land zu leben. Doch er ermöglichte ihr, die Arbeitserlaubnis zu erhalten.

Heute arbeitet Sara in einem Supermarkt mit 60 % ihrer Arbeitszeit und verdient rund 2.300 Euro netto. Zusätzlich arbeitet sie in einem Shisha-Laden, wenn die Nachfrage besteht. „Mit beiden Jobs verdiene ich fast 5.000 Franken im Monat“, so Sara. Das entspricht über 5.340 Euro. Allerdings ist der Preis dafür hoch: Sie schläft oft um 3 Uhr morgens und ist am Abend um 23 Uhr zu Hause. Der hohe Arbeitsdruck fordert ihren Tribut.

Auch die Sprachbarriere stellt eine Herausforderung dar. Sara lernt seit zwei Jahren Deutsch, allerdings das Schweizerdeutsch, das für sie sehr schwer zu verstehen ist. Englisch hilft zwar, ist aber nicht ausreichend, um beruflich voranzukommen.

Die hohe Mieten in Zürich zwingen Sara dazu, in Spreitenbach zu wohnen, etwa 25 Minuten mit dem Auto entfernt. Ein Studio von 50 Quadratmetern kostet sie dort viel Geld. Trotzdem entscheidet sie sich für die Unabhängigkeit gegenüber dem WG-Leben.

„Ich würde nie wieder für 1.000 Euro arbeiten“, betont Sara. „Hier arbeite ich, um zu leben. In Spanien arbeitet man für den Lebensunterhalt.“

Sara ist ein Beispiel für junge Menschen, die bereit sind, für ihre Zukunft zu kämpfen. Sie ermutigt andere junge Spanier, nicht aufzugeben und für ihre Träume zu kämpfen. Ihr Weg zeigt, dass ein Neuanfang im Ausland zwar mit Herausforderungen verbunden ist, aber auch neue Möglichkeiten eröffnet.

Sara’s Geschichte ist mehr als nur eine persönliche Erfolgsgeschichte. Sie spiegelt die Realität vieler junger Menschen wider, die in ihrer Heimat keine Perspektive sehen und bereit sind, dafür einen hohen Preis zu zahlen.

Sara hat sich entschieden, für ihren Traum zu kämpfen. Und diese Entscheidung hat ihr ein Einkommen ermöglicht, das in Spanien unerreichbar gewesen wäre. Doch der Preis dafür ist ein hoher – der ständige Stress und die Sprachbarriere. Ob sich diese Opfer langfristig auszahlen, wird die Zukunft zeigen.