Telefónica-chef fordert eu-stärkung im telekom-sektor
Barcelona – Marc Murtra, der Vorstandsvorsitzende von Telefónica, mahnte am Rande des Mobile World Congress (MWC) zu einer entscheidenden Weichenstellung für die europäische digitale Souveränität. Er forderte die Europäische Union auf, die Konsolidierung des Telekommunikationssektors aktiv zu fördern.

Murtra setzt auf größe, regulierung und geschwindigkeit
„Wir brauchen Skala, wir brauchen eine technologiefreundliche Regulierung und wir brauchen mehr Geschwindigkeit“, betonte Murtra. Seine Forderung richtete sich an eine EU, die in der entscheidenden Phase der digitalen Transformation hinterherhinkt.
Der Telefónica-Chef plädiert für eine dreifach Ausrichtung auf europäischer Seite: Erstens, die Schaffung größerer Telekommunikationsunternehmen mit mehr Ressourcen und Risikobereitschaft. Diese müssen in tiefgreifende technologische Investitionen gehen, um mit globalen Wettbewerbern mithalten zu können.
Zweitens muss die Regulierung den technologischen Fortschritt begünstigen und Innovationen fördern. Murtra warnte davor, dass überholte Vorschriften den Aufstieg europäischer Unternehmen behindern.
Drittens mahnte er zu einem beschleunigten Handeln. Die rasante Entwicklung der künstlichen Intelligenz (KI) erfordere eine Anpassung der regulatorischen Rahmenbedingungen, um nicht den Anschluss zu verlieren. „Wir sehen fast monatlich neue KI-Modelle. Die Art, wie wir Programme programmieren, testen und entwickeln, hat sich in nur drei Monaten komplett verändert.“
Ein zentraler Punkt seiner Rede war die Notwendigkeit europäischer Produkte im Bereich Cybersecurity, hipper Scalers und KI. „Wenn wir strategisch unabhängig sein wollen, brauchen wir unsere eigenen Cybersecurity-Kapazitäten.“ Die Abhängigkeit von externen Anbietern birgt potenzielle Risiken, da diese Technologien für andere Zwecke missbraucht werden könnten.
Murtra forderte eine Priorisierung von Investitionen in Technologie und die Unterstützung von Fusionen und Übernahmen. „Lassen Sie uns Skala erreichen als Teil eines größeren sozialen Vertrags und investieren Sie im Gegenzug in Technologie. Das ermöglicht es uns, bessere Dienstleistungen anzubieten, mehr Wert zu schaffen und unsere Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.“
Die Betonung liegt auf einer proaktiven Gestaltung der digitalen Zukunft – eine Zukunft, in der Europa nicht nur Konsument, sondern auch Gestalter ist. Die Investition in eigene Technologien ist nicht nur eine Frage der Wirtschaftskraft, sondern auch der nationalen Sicherheit.
Die Herausforderung besteht darin, die notwendige Geschwindigkeit und die richtigen Investitionen zu koordinieren, um die europäische digitale Souveränität zu gewährleisten. Denn die digitale Welt wartet nicht auf.