Uk baut ki-supercomputer für fusionsenergie
Lange gesuchte Durchbruchchance: Großbritannien setzt massiv auf künstliche Intelligenz, um die Energieerzeugung der Zukunft zu revolutionieren. Das Projekt „Sunrise“ – ein speziell für die Simulation von Plasmen konzipierter Supercomputer – verspricht, die Kernfusion schneller voranzutreiben.

Sunrise: ki treibt fusionsforschung voran
Mit einem Budget von 45 Millionen Pfund (ca. 52 Millionen Euro) und dem Start im Juni am Standort der UK Atomic Energy Authority in Culham, Oxfordshire, ist Sunrise das leistungsstärkste Supercomputing-System seiner Art, das sich der Fusionsforschung widmet. Der Supercomputer vereint eine Rechenleistung von bis zu 6,76 ExaFLOPS mit fortschrittlichen KI-Modellen, die auf physikalischen Prinzipien basieren. Das Ziel: digitale Zwillinge von Fusionsreaktoren zu erstellen, die Experimente und Designoptimierungen ermöglichen, ohne teure Prototypen bauen zu müssen.
Die Herausforderungen sind enorm: Die Simulation von Plasmen, die Temperaturen über denen des Sonnenkerns erreichen, erfordert immense Rechenleistung. Zudem müssen Materialien entwickelt werden, die extremen Hitze- und Strahlungsbedingungen standhalten. Sunrise soll hier Abhilfe schaffen. Er ermöglicht beispielsweise die Modellierung von Turbulenzen im Plasma und die Entwicklung widerstandsfähiger Materialien – Schlüsselelemente für die Realisierung von Fusionskraftwerken.
Der Supercomputer basiert auf Prozessoren von AMD EPYC und GPUs von AMD Instinct, die in Servern von Dell PowerEdge untergebracht sind. Intel unterstützt das Projekt, ebenso wie die University of Cambridge. Die Investition ist Teil einer umfassenden Strategie des Vereinigten Königreichs, seine KI- und Supercomputing-Infrastruktur auszubauen. Die Fusionsforschung steht vor großen technischen Hürden, insbesondere bei der Kontrolle des Plasmas und der Entwicklung langlebiger Reaktoren. Trotzdem stellt Sunrise einen wichtigen Schritt in Richtung einer potenziell unerschöpflichen Energiequelle dar.
Die hohe Rechenleistung, die Sunrise bietet, wird nicht nur die Forschung vorantreiben, sondern auch das Verständnis der komplexen physikalischen Prozesse im Inneren eines Fusionsreaktors vertiefen. Die Simulationen werden es Wissenschaftlern ermöglichen, Risiken zu minimieren und effizientere Designs zu entwickeln – ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Fusionsenergie.
Die Entwicklung von stabilen und effizienten Fusionsreaktoren ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Die Erwartungen sind hoch, die Herausforderungen bleiben beträchtlich. Aber mit Projekten wie Sunrise wird die Hoffnung auf eine saubere und nachhaltige Energieversorgung wieder neu entfacht.
Die nächste Generation der Energie könnte tatsächlich in Großbritannien entstehen – ein mutiger Schritt mit globalen Auswirkungen.