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Unsichtbares faden-betrug: wie taschendiebe bankkarten stehlen – und was sie dagegen tun können

Die Nutzung von Bargeld bleibt in Deutschland überraschend verbreitet, obwohl digitale Zahlungen immer mehr an Bedeutung gewinnen. Das spanische Bankeninstitut Banco de España veröffentlichte neue Daten, die zeigen, dass Millionen Bürger weiterhin regelmäßig Geldautomaten nutzen. Diese hohe Frequentierung hat leider ein neues Betrugsmodell begünstigt: den sogenannten „unsichtbaren Faden“-Trick.

So funktioniert der betrug

So funktioniert der betrug

Im Gegensatz zu klassischen Hackerangriffen erfordert diese Methode keine tiefgreifenden technischen Kenntnisse. Sie basiert auf Einfachheit und Koordination. Die Täter manipulieren die Kartenschlitzöffnung des Geldautomaten mit einem kaum sichtbaren Nylonfaden. Dadurch kann der Automat die Karte normal auslesen – die Transaktion scheint reibungslos zu verlaufen.

Doch beim Herausgeben der Karte kommt es zum Problem. Der Automat behält die Karte. Ein vermeintlich hilfsbereiter Dritter bietet seine Unterstützung an und rät, die Transaktion zu wiederholen oder den PIN erneut einzugeben – um diesen dabei zu beobachten. Währenddessen bleibt die Karte festsitzend.

Die ahnungslose Kundin oder der ahnungslose Kunde, überzeugt von einem technischen Defekt, verlässt den Automaten, um Hilfe zu suchen. In diesem Moment zieht der Betrüger den Faden, holt die Karte und hat den PIN im Besitz. Geld kann nun ohne Hindernisse abgehoben werden.

Das Risiko ist real. Aber es gibt Gegenmaßnahmen. Achten Sie auf Anomalien im Kartenschlitz. Vermeiden Sie Geräte mit Widerstand. Misstrauen Sie ungewöhnlichem Verhalten in der Umgebung. Wenn die Karte nicht normal eintritt, nutzen Sie den Automaten nicht.

Decken Sie das Tastenfeld beim PIN-Eingabe ab und nutzen Sie, wenn möglich, kontaktlose Zahlungen. Bleiben Sie bei einer feststeckenden Karte vor Ort und kontaktieren Sie direkt Ihre Bank. Schnelles Handeln verhindert den Betrug.

Die Polizei warnt: Dieser Trick ist besonders gefährlich, weil er sich so unauffällig abspielt. Die Opfer sind oft nicht gewarnt und verlieren erst später ihr Geld. Die Betroffenen berichten von einem Gefühl der Hilflosigkeit, als ob sie einem technischen Problem nicht entkommen könnten.

Die zunehmende Digitalisierung des Zahlungsverkehrs mag zwar Fortschritt bedeuten, doch sie öffnet gleichzeitig neue Türen für kriminelle Machenschaften. Die „unsichtbaren Fäden“ sind nur ein Beispiel dafür.

Die Banken müssen ihre Sicherheitsvorkehrungen verstärken, aber letztlich liegt die Verantwortung bei jedem Einzelnen, wachsam zu sein. Denn der Betrug ist nicht nur ein technisches Problem, sondern ein psychologisches.

Die Anzahl der Fälle dieses Typs steigt stetig – ein alarmierender Trend, der zeigt, dass die Kriminalität sich an die neuen Gegebenheiten anpasst. Und das ist erst der Anfang.