Verbraucher-alarm: sicherheits-mythos gefährdet online-konten
Millionen Nutzer weltweit geraten in einen Strudel aus komplizierten Passwörtern – und das aus einem überraschenden Grund. Ein denkbar schlechter Zufall, der die Sicherheit unserer digitalen Identitäten massiv gefährdet.
Die wurzel des übels: ein us-amerikanischer fehltritt
Alles begann 2003 mit Bill Burr, einem ehemaligen Manager beim National Institute of Standards and Technology (NIST) in den USA. Er sollte Richtlinien für die Sicherheit von Behörnengerechten Computern entwickeln. Doch statt sich auf aktuelle Bedrohungsanalysen zu stützen, berief er sich auf Studien aus den 80er Jahren. Das Ergebnis: eine Publikation, die später zur globalen Norm wurde – und die heute mehr Schaden anrichtet, als sie schützt.
Burr suchte nach einem Weg, um Hacker abzuschrecken, doch seine Vorgehensweise war fundamental falsch. Statt die menschliche Neigung zur Vereinfachung zu berücksichtigen, zwang er Behörden und Unternehmen, Passwörter so kompliziert zu gestalten, dass sie kaum noch zu merken waren. Die Folge: Nutzer erfinden willkürliche Kombinationen aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen – und vergessen diese oft nur zwei Tage später.

Die perverse logik der norm
Das Besondere an dieser Regel ist, dass sie auf einer fehlerhaften Annahme basiert: Sie geht davon aus, dass Hacker diese ungünstigen Kombinationen systematisch ausprobieren werden. In Wahrheit nutzen Hacker hingegen oft einfache Muster, die von vielen Nutzern – unbeabsichtigt – wiederholt werden. Die typische
