Zeitreise in die computer-vergangenheit: das interim computer museum online
Eine digitale ausgrabung
Das Interim Computer Museum ist mehr als nur eine Sammlung von alten Computern – es ist eine Reise in die Ursprünge der digitalen Welt. Ähnlich wie ein Besuch in Atapuerca, nur eben im Bereich der Informatik, bietet die Webseite eine faszinierende Möglichkeit, die Geschichte von Computern und Betriebssystemen aus den 60er und 70er Jahren kennenzulernen. Die Möglichkeit, diese historischen Maschinen nicht nur zu betrachten, sondern auch zu nutzen, macht das Erlebnis einzigartig.

Vintage-hardware zum anfassen (oder zumindest zum steuern)
Das Museum bietet die Möglichkeit, 28 Vintage-Computer aus dieser Zeit zu testen. Einige davon werden per Emulation nachgebildet, andere sind über Remote-Zugriff tatsächlich den Originalgeräten zugänglich. Stellen Sie sich vor, Sie könnten ein Schachspiel ohne grafische Oberfläche spielen oder einen Computer bedienen, der einst einen ganzen Raum einnahm – genau das ist jetzt möglich.

Die anfänge der informatik
In dieser Ära waren Computer Luxusgüter, die sich nur Universitäten und Großkonzerne leisten konnten. Sie kosteten mehr als ein Haus und wurden ausschließlich über Textbefehle gesteuert. Die Webseite des Interim Computer Museums präsentiert ikonische Modelle wie den PDP-10, den Vaxx 4000 und weitere Maschinen von DEC, Sun und anderen bedeutenden Herstellern der damaligen Zeit.

Grundlagen moderner betriebssysteme
Neben der Hardware gibt es auch die Möglichkeit, historische Betriebssysteme zu erkunden, die die Grundlage für heutige Standards wie Linux und MS-DOS bildeten. Dazu gehören Unix, SunOS, Solaris und BSD. Der Zugang zu dieser ursprünglichen Software und Hardware erfordert jedoch eine gewisse Einarbeitung.

Bedienung per textbefehl: eine herausforderung
Um auf diese historischen Systeme zuzugreifen, ist es erforderlich, sich an die Textbefehle zu gewöhnen. Nach dem Login, der durch Eingabe von „menu“ erfolgt, erscheint eine Liste der verfügbaren Maschinen. Die Navigation erfolgt durch Eingabe der entsprechenden Buchstaben oder Zahlen. Es ist eine Rückkehr zu den Wurzeln der Computerbedienung, weit entfernt von der intuitiven Mausbedienung, die wir heute gewohnt sind.
Ein blick auf die technikgeschichte
Das Museum verwendet eine Mischung aus Emulation, Hybriden und echter Hardware, um diese historischen Systeme am Leben zu erhalten. Obwohl nicht immer klar ist, ob man einen Emulator oder einen direkten Zugriff auf die Hardware nutzt, bietet das Erlebnis einen faszinierenden Einblick in die Entwicklung der Computertechnologie. Multics, ein 1964 von MIT entwickeltes Betriebssystem, inspirierte Unix, das wiederum die Grundlage für Linux bildete. Die TOPS-20-Computer waren Teil des ARPANET, dem Vorläufer des Internets.
Geduld gefragt: hohe belastung
Die Initiative ist so erfolgreich, dass die Webseite oft überlastet ist. Es kann durchaus mehr als eine halbe Stunde dauern, bis man Zugang zu einem System erhält. Aber die Geduld wird belohnt, denn das Stöbern durch diese prähistorischen Computer ist eine einzigartige Erfahrung, die einen tieferen Einblick in die Geschichte der Informatik ermöglicht.
Der ibm 3380: ein gigant seiner zeit
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Kapazität | 1 GB |
| Gewicht | 90 kg |
| Kosten (1981) | 142.000 USD |
Der IBM 3380, das erste 1-GB-Festplattenlaufwerk, war ein wahrer Gigant seiner Zeit. Er war so groß wie eine Waschmaschine und wog 90 Kilogramm. Seine Kosten entsprachen dem Preis eines Autos oder sogar eines Hauses in den 1980er Jahren.