Rtve plantet kultursender für die digitale tv-zukunft
Die spanische öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt RTVE bereitet eine überraschende Neuerung vor: einen neuen thematischen Kanal für das digitale Fernsehen (TDT). Der Sender will sich damit in einem Markt positionieren, der bisher von privaten Angeboten und Streaming-Diensten dominiert wurde.

Rtve setzt auf kultur – im geiste von arte
Nach der Einführung von 4K-Übertragungen, neuen Sendern von Squirrel und der Rückkehr von LaLiga auf der TDT, scheint RTVE nun einen weiteren strategischen Schritt zu unternehmen. Der neue Kanal soll sich auf Kultur konzentrieren und sich dabei am französischen und deutschen Sender Arte orientieren. Dies beinhaltet eine enge Zusammenarbeit, möglicherweise sogar ein gemeinsames Ausstrahlen von Inhalten.
Das Kernangebot wird Dokumentationen umfassen – sowohl eigene Produktionen als auch Inhalte von Drittanbietern. Zudem sollen Klassiker aus dem RTVE-Archiv wiederbelebt werden, darunter Produktionen von Estudio 1, Darbietungen aus den darstellenden Künsten und spanische Filme. Auch Kooperationen mit anderen RTVE-Sender wie Radio 3 und Radio 3 Extra sowie die Beteiligung der RTVE-Orchester und Opernhäuser sind geplant.
Die Umsetzung könnte jedoch schneller gehen als erwartet. Während die TDT-Ausstrahlung noch einige Monate auf sich warten lässt, könnten die Streaming-Plattformen der Mobilfunkanbieter wie Movistar Plus+, Orange TV, Vodafone TV und DIGI TV den neuen Kanal bereits früher anbieten. Movistar Plus+ bietet beispielsweise für 9,99 € monatlich Fußball, Serien und Filme ohne Bindung.
Die Leitung des neuen Kanals wird Ana Peláez übernehmen, die derzeit das Format „Imprescindibles“ moderiert. Die geplante Ausstrahlung im Juni 2024 ist jedoch noch nicht bestätigt. Die Entscheidung hängt davon ab, ob RTVE seine Pläne für eine parallele Einführung auf Streaming-Plattformen umsetzt.
Die TDT-Strategie von RTVE zeigt, dass der öffentlich-rechtliche Sender nicht nur auf traditionelle Übertragungswege setzt, sondern auch in der digitalen Zukunft eine wichtige Rolle spielen will. Ein mutiger Schritt, der die kulturelle Vielfalt in Spanien bereichern könnte – und die Konkurrenz auf dem Markt nicht unbeeindruckt lassen wird.
