Spanien erinnert: 'barrio sésamo' erlebt comeback – nostalgie pur

Eine Generation wuchs mit ihnen auf: Espinete, Don Pimpón, die Katze Caponata. Die Figuren aus der gleichnamigen spanischen Version von „Sesamstraße“ kehren auf den Bildschirmen zurück – und wecken Erinnerungen an eine längst vergangene Kindheit.

Rtve bringt die kultserie wieder – mit fokus auf spanische produktionen

Rtve bringt die kultserie wieder – mit fokus auf spanische produktionen

Seit dem 14. März veröffentlicht der spanische öffentlich-rechtliche Sender RTVE wöchentlich eine Episode der Serie im Archiv RTVE und auf RTVE Play. Dabei liegt der Fokus zunächst auf den Originalproduktionen, also den Episoden, die in Spanien gedreht wurden. Die Rechte an den Originalinhalten von „Sesamstraße“ selbst liegen mittlerweile bei Netflix.

Die Rückkehr ist mehr als nur ein Nostalgie-Trip. „Barrio Sésamo“, in Spanien als „Ábrete Sésamo“ bekannt, war in den 1970er und 1980er Jahren ein wichtiger Bestandteil der Kinderfernsehlandschaft. Die Serie vermittelte nicht nur Unterhaltung, sondern auch spielerisch Wissen – ein Konzept, das heute wieder hoch im Kurs steht.

Die spanische Version, die 1979 entstand, setzte auf Ganzkörperpuppen statt auf Marionetten. Sie vermischte eigene Produktionen mit Ausschnitten aus der amerikanischen „Sesamstraße“ mit bekannten Figuren wie Epi, Blas und dem Krokodil Gustavo. Während die amerikanischen Episoden mittlerweile bei Netflix zu finden sind, liegt der Fokus von RTVE nun auf den in Spanien produzierten Inhalten.

Der größte Erfolg der Serie feierte die Phase von 1983 bis 1988, in der Espinete und Don Pimpón zu den beliebtesten Figuren wurden. Die Serie lief bis 2001, doch ihr Einfluss auf die spanische Fernsehgeschichte ist ungebrochen. Sie teilte die Bildschirme mit anderen Kindersendungen wie „La bola de cristal“ oder „La cometa blanca“ und trug dazu bei, dass Kinder nicht als passive Zuschauer, sondern als denkende Individuen wahrgenommen wurden.

Die Popularität der Serie zeigt sich auch in der aktuellen Resonanz. Kürzlich nahmen über 800 Teilnehmer an einem Quiz teil, um ihr Wissen über eine Episode aus den 1980ern unter Beweis zu stellen – nur zwei bestand die Prüfung. Das unterstreicht, wie tief „Barrio Sésamo“ in der kollektiven Erinnerung der spanischen Bevölkerung verwurzelt ist. Und zeugt von einem nostalgischen Gefühl, das in einer zunehmend fragmentierten Medienlandschaft immer wieder auftaucht.

Die Rückkehr von „Barrio Sésamo“ ist mehr als nur ein Stück Fernsehgeschichte. Es ist ein Fenster zu einer Zeit, in der Kindersendungen eine ganz eigene Bedeutung hatten und Kinder nicht nur unterhalten, sondern auch gefördert wurden. Die Serie erinnert daran, dass Bildung und Unterhaltung Hand in Hand gehen können – und dass eine gute Kindheit oft mit den einfachsten Dingen verbunden ist.

Die sorgfältige Auswahl der in Spanien produzierten Episoden deutet auf einen bewussten Ansatz von RTVE hin, die eigene Mediengeschichte zu bewahren und zu präsentieren. Es ist ein Zeichen dafür, dass die spanische Fernsehlandschaft ihre Wurzeln nicht vergisst – und dass Kindersendungen auch heute noch einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Identität leisten.

Die Rückkehr von Espinete und Co. ist ein kleiner, aber bedeutsamer Beitrag zur Bewahrung der spanischen Fernsehgeschichte. Ein Zeugnis einer Zeit, in der Kindersendungen nicht nur unterhielten, sondern auch lehrten – und die bis heute in Erinnerung bleibt.

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